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Riester-Wechselcheck

Haben Sie einen bestehenden Riester-Vertrag und fragen sich, ob ein Wechsel in das Altersvorsorgedepot ab 2027 für Sie interessant sein könnte? Dieser Wechselcheck gibt Ihnen eine strukturierte Orientierung — keine Beratung, kein Ratschlag.

Was ist der Riester-Wechselcheck?

Millionen Deutsche haben einen bestehenden Riester-Vertrag — als klassische Rentenversicherung, fondsgebundene Police, Fondssparplan, Banksparplan oder Wohn-Riester. Mit dem Inkrafttreten des Altersvorsorgedepots am 1. Januar 2027 stellt sich für viele die Frage: Soll ich meinen Riester-Vertrag behalten, beitragsfrei stellen, übertragen oder kündigen?

Diese Entscheidung ist komplex, weil sie von sehr individuellen Faktoren abhängt: der Vertragsart, dem aktuellen Guthaben, den laufenden Kosten, einem ggf. vorhandenen Garantiezins, der verbleibenden Laufzeit, der persönlichen Fördersituation und etwaigen Sonderfällen wie Wohn-Riester oder betrieblichen Verträgen. Es gibt keine universell richtige Antwort — aber es gibt Fragen, die helfen, die eigene Situation besser einzuordnen.

Der Riester-Wechselcheck führt Sie in 9 Schritten durch diese Fragen. Das Ergebnis ist keine Handlungsempfehlung, sondern eine informative Einordnung Ihrer Situation in eine von 11 Ergebniskategorien. Für konkrete Entscheidungen ist eine qualifizierte, unabhängige Beratung (z. B. Verbraucherzentrale, ungebundener Finanzberater oder Steuerberater) notwendig.

Für wen ist dieser Wechselcheck gedacht?

Bestehende Riester-Sparer

Sie haben einen aktiven Riester-Vertrag und wollen verstehen, welche Handlungsoptionen ab 2027 für Sie in Frage kommen könnten.

Beitragsfreie Verträge

Ihr Riester-Vertrag läuft beitragsfrei — Sie fragen sich, ob ein Neustart mit dem Altersvorsorgedepot die Förderung reaktivieren könnte.

Kostenprüfung

Sie sind unsicher, ob die laufenden Kosten Ihres Riester-Vertrags im Vergleich zum neuen Standarddepot (Kostendeckel 1 % ALL-IN) noch vertretbar sind.

Fördervergleich

Sie möchten verstehen, ob Ihre Fördersituation im neuen Altersvorsorgedepot günstiger wäre als im bestehenden Riester-Vertrag.

01 Riester-Wechselcheck starten

9 Schritte, ca. 3–5 Minuten. Alle Angaben bleiben in Ihrem Browser — keine Daten werden übertragen.

Riester-Wechselcheck

Haftungshinweis vor dem Start

Dieser Wechselcheck ist ein kostenloses Orientierungswerkzeug. Er liefert keine persönliche Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Die Ergebnisse sind informative Hinweise, keine Handlungsanweisungen oder Empfehlungen.

Jede Entscheidung zum Wechsel, zur Kündigung oder Fortführung eines Riester-Vertrags hat individuelle steuerliche, rechtliche und finanzielle Konsequenzen. Bitte holen Sie vor konkreten Schritten eine qualifizierte und unabhängige Beratung (Finanzberater, Steuerberater, Verbraucherzentrale) ein.

Gesetzliche Grundlage: Altersvorsorgereformgesetz (BGBl. I 2026 Nr. 156), Inkrafttreten 01.01.2027. Änderungen vorbehalten.

Datenschutz: Ihre Angaben werden nur in Ihrem Browser verarbeitet. Es werden keine persönlichen Vertragsdaten an Server übertragen.

Die drei Produktvarianten des Altersvorsorgedepots ab 2027

Das Altersvorsorgereformgesetz (BGBl. I 2026 Nr. 156) schafft drei zertifizierte Produktvarianten, in die ein bestehender Riester-Vertrag übertragen werden kann:

1. Standarddepot (gesetzliche Basisvariante)

Das Standarddepot ist die gesetzlich definierte Basisvariante: Es sieht eine Lifecycle-Strategie vor, bei der die Aktienquote mit zunehmendem Alter automatisch abgebaut wird. Der gesetzliche Kostendeckel beträgt 1 % p. a. ALL-IN — alle Kosten inklusive Depotführung, Transaktionskosten und Produktkosten. Das Standarddepot bietet volle staatliche Förderung, ist keine Versicherung und enthält keine Beitragsgarantie.

Für Sparer mit langem Anlagehorizont (mehr als 10 Jahre bis zur Rente) und hohen Bestandskosten im Altvertrag kann das Standarddepot besonders interessant sein. Der Kostendeckel ist ein gesetzlicher Schutz, den klassische Riester-Rentenversicherungen nicht haben.

2. Freies Altersvorsorgedepot

Das freie Altersvorsorgedepot ermöglicht eine flexiblere Produktauswahl: Sparer können aus einem breiteren Spektrum von zugelassenen Fonds wählen, ohne die Lifecycle-Strategie des Standarddepots einhalten zu müssen. Die staatliche Förderung ist identisch. Es gibt keinen gesetzlichen Kostendeckel auf Produktebene (nur auf Depot-Ebene), sodass die Kostenkontrolle stärker beim Sparer liegt.

3. Garantieprodukt

Das Garantieprodukt ist die dritte Variante und kann optional eine Beitragsgarantie enthalten. Es richtet sich an Sparer, die einen Kapitalschutz priorisieren. Typischerweise ist die Renditeerwartung niedriger als beim Standarddepot oder freien AVD, weil ein Teil des Kapitals für die Garantie gebunden wird.

Was spricht für, was gegen einen Wechsel?

Kein pauschales Urteil ist möglich — die Entscheidung hängt von zu vielen individuellen Faktoren ab. Dennoch gibt es einige strukturelle Punkte, die für oder gegen einen Wechsel sprechen können:

Argumente, die für eine genauere Prüfung sprechen

  • Hohe laufende Kosten: Klassische Riester-Rentenversicherungen haben häufig Verwaltungskosten von 1,5 bis 3 % p. a. und mehr. Das liegt deutlich über dem gesetzlichen Kostendeckel des Standarddepots (1 % ALL-IN). Hohe Kosten schmälern die Rendite erheblich, besonders bei langen Laufzeiten.
  • Beitragsfreier Vertrag: Wenn der Riester-Vertrag beitragsfrei gestellt ist, entfällt die staatliche Zulage vollständig. Ein Neustart mit dem Altersvorsorgedepot könnte die Förderung reaktivieren.
  • Veränderte Familiensituation: Die neue Kinderzulage (300 €/Kind) gilt für alle Kinder unabhängig vom Geburtsjahr — die alte Riester-Regelung unterschied 185 € (vor 2008) und 300 € (ab 2008).
  • Fondssparplan ohne Mehrwert der Versicherungshülle: Wer bereits in einem Riester-Fondssparplan investiert, könnte ähnliche Investitionen direkt im Altersvorsorgedepot tätigen — ohne Versicherungsmantel und Risikobeiträge.

Argumente, die für eine sorgfältige Abwägung sprechen

  • Hoher Garantiezins: Klassische Rentenversicherungen aus den Jahren vor 2012 haben oft einen Rechnungszins von 2,25 % oder 3,25 %. Das ist eine garantierte Verzinsung, die im Standarddepot oder freien AVD nicht existiert. Ein Wechsel würde diesen Vorteil aufgeben.
  • Kurze Restlaufzeit: Bei weniger als 5–7 Jahren bis zum Renteneintritt können die Transaktionskosten eines Wechsels im Verhältnis zum möglichen Vorteil erheblich sein. Bei kurzer Restlaufzeit ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis oft ungünstig.
  • Wohn-Riester: Das Guthaben ist bereits in Wohneigentum eingeflossen. Eine Übertragung ist ein komplexer Sonderfall, der eine individuelle Beratung erfordert.
  • Betrieblicher Riester-Vertrag: Diese Verträge sind an das Arbeitsverhältnis gebunden und unterliegen besonderen arbeits- und steuerrechtlichen Regelungen. Eine eigenmächtige Übertragung ist in der Regel nicht möglich.

Wie funktioniert die Übertragung?

Eine Übertragung von einem Riester-Vertrag in ein Altersvorsorgedepot ist als sogenannte unschädliche Verwendung konzipiert: Die angesammelten staatlichen Zulagen müssen nicht zurückgezahlt werden, solange der Übertragungswert in ein zertifiziertes Altersvorsorgeprodukt fließt. Der konkrete Prozess wird vom neuen Anbieter des Altersvorsorgedepots koordiniert.

Allerdings fallen beim abgebenden Anbieter (dem bisherigen Riester-Versicherer oder der Fondsgesellschaft) häufig Kosten an: noch nicht amortisierte Abschlusskosten, Verwaltungsgebühren und ggf. Stornogebühren. Diese Wechselkosten variieren erheblich je nach Anbieter und Vertrag und sollten vor einer Entscheidung genau ermittelt werden.

Steuerlich ist zu beachten, dass die Beiträge und Erträge im Riester-Vertrag in der Auszahlungsphase nachgelagert besteuert werden — und dieser Grundsatz gilt auch nach der Übertragung in das Altersvorsorgedepot weiter. Eine Steuerberatung ist empfehlenswert.

Datenstand: Juli 2026. Rechtsgrundlage: Altersvorsorgereformgesetz (BGBl. I 2026 Nr. 156), Inkrafttreten 01.01.2027. Keine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit. Keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

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