Nachschlagen
Finanz-Glossar
Verständliche Erklärungen zentraler Begriffe rund um Geldanlage, ETF, Altersvorsorge und Steuern.
A
- Abgeltungsteuer
- Pauschaler Steuersatz von 25 % auf private Kapitalerträge; mit dem Einbehalt ist die Einkommensteuer auf diese Erträge in der Regel abgegolten.
- Aktie
- Anteilsschein an einer Aktiengesellschaft (AG), der den Aktionär zum Miteigentümer macht und ggf. zur Dividende und Stimmrechten berechtigt.
- Aktienfonds
- Investmentfonds, der überwiegend in Aktien investiert und damit an der Wertentwicklung der enthaltenen Unternehmen teilnimmt.
- Aktiv verwalteter Fonds
- Investmentfonds, bei dem ein Fondsmanager oder ein Team eigenständig Anlageentscheidungen trifft mit dem Ziel, den Referenzindex zu übertreffen.
- Altersvorsorge
- Altersvorsorge umfasst alle finanziellen Maßnahmen, die dazu dienen, im Rentenalter einen ausreichenden Lebensstandard zu sichern.
- Altersvorsorgedepot
- Geplantes staatlich gefördertes Wertpapierdepot für die private Altersvorsorge, das Anlegern die direkten Anlage in Aktien und ETFs mit Förderung ermöglichen soll.
- Anlagehorizont
- Geplanter Zeitraum, für den ein Anleger sein Kapital investieren möchte, bevor er es benötigt.
- Anlageklasse
- Gruppe von Kapitalanlagen mit ähnlichen Eigenschaften in Bezug auf Rendite, Risiko und Liquidität, die auf ähnliche Marktkräfte reagieren.
- Anlagerisiko
- Möglichkeit, dass die tatsächliche Rendite einer Kapitalanlage von der erwarteten Rendite abweicht – insbesondere nach unten.
- Anleihe
- Festverzinsliches Wertpapier, mit dem Emittenten (Staaten, Unternehmen) Kapital aufnehmen und sich zur Zahlung von Zinsen sowie Rückzahlung des Nennwerts am Laufzeitende verpflichten.
- Asset Allocation
- Aufteilung eines Portfolios auf verschiedene Anlageklassen (z. B. Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Immobilien) gemäß der Risikobereitschaft und den Anlagezielen des Investors.
- Auffanglösung Bundesbank
- Mechanismus im Frühstartrenten-Entwurf: Schließen Eltern kein privates Depot für ihr Kind ab, richtet die Bundesbank automatisch ein standardisiertes Auffangdepot ein.
- Ausgabeaufschlag
- Einmaliger Kaufaufschlag auf den Rücknahmepreis eines Fonds, der beim Erwerb von Fondsanteilen über eine Fondsgesellschaft oder Bank anfällt.
- Ausschuettend (ETF/Fonds)
- Bezeichnung fuer Fonds oder ETFs, die erzielte Ertraege wie Dividenden und Zinsen regelmaessig an die Anleger ausschuetten.
- Ausschüttend (ETF/Fonds)
- Bezeichnung für Fonds oder ETFs, die erzielte Erträge wie Dividenden und Zinsen regelmäßig an die Anleger ausschütten.
- Ausschüttungsgleiche Erträge
- Erträge eines thesaurierenden Fonds, die steuerrechtlich so behandelt werden, als wären sie an den Anleger ausgeschüttet worden, obwohl sie im Fonds verbleiben.
- Auszahlungsphase
- Phase einer Altersvorsorge, in der angesparte Mittel systematisch entnommen oder als Rente ausgezahlt werden.
B
- Basisrente
- Alternativer Begriff für die Rürup-Rente: staatlich geförderte, steuerlich begünstigte private Altersvorsorge mit obligatorischer lebenslanger Rentenzahlung.
- Beitragsgarantie
- Zusicherung in einer Altersvorsorge- oder Rentenversicherung, dass mindestens die eingezahlten Beiträge zum vereinbarten Zeitpunkt zur Verfügung stehen.
- Benchmark (Vergleichsmaßstab)
- Referenzgrösse, mit der die Performance eines Fonds, Portfolios oder Fondsmanagers verglichen wird.
- Berliner Testament
- Gegenseitiges Testament von Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern, in dem sich die Eheleute gegenseitig als Alleinerben einsetzen und gemeinsame Kinder als Erben des letztversterbenden Elternteils bestimmen.
- Betriebliche Altersvorsorge (bAV)
- Altersvorsorge, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer organisiert und mitfinanziert, häufig durch Entgeltumwandlung.
- Blockchain
- Dezentral gespeicherte, kryptografisch gesicherte Datenstruktur, in der Transaktionen in verketteten Blöcken unveränderlich aufgezeichnet werden.
- Blue Chip
- Umgangssprachliche Bezeichnung für Aktien größer, finanzstarker und etablierter Unternehmen mit langer Börsenhistorie und stabiler Dividende.
- Bonität
- Einschätzung der Kreditwürdigkeit eines Schuldners, d. h. seiner Fähigkeit und Bereitschaft, Zins- und Tilgungsverpflichtungen fristgemäß zu erfuellen.
- Buy-and-Hold
- Anlagestrategie, bei der Wertpapiere langfristig gehalten werden, ohne auf kurzfristige Kursschwankungen zu reagieren.
C
- Cold Wallet
- Wallet zur Verwahrung von Kryptowerten, die permanent offline ist und damit vor Angriffen aus dem Internet geschützt ist.
- Cost-Average-Effekt
- Wirkung regelmäßiger Investitionen gleicher Beträge: Bei niedrigen Kursen werden automatisch mehr Anteile gekauft, bei hohen weniger, was den Durchschnittskaufpreis glättet.
D
- Dachfonds
- Investmentfonds, der nicht direkt in Einzelwertpapiere investiert, sondern sein Kapital in andere Fonds (Zielfonds) anlegt.
- Dezentrale Finanzen (DeFi)
- Finanzielles Ökosystem aus Protokollen und Anwendungen auf Blockchains, das klassische Finanzdienstleistungen wie Kredit, Handel und Sparen ohne Intermediäre ermöglicht.
- Direktversicherung
- Häufigster Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge: Der Arbeitgeber schließt eine Lebens- oder Rentenversicherung auf das Leben des Arbeitnehmers ab.
- Diversifikation
- Streuung des Anlagekapitals auf verschiedene Wertpapiere, Anlageklassen oder Regionen, um das Verlustrisiko zu reduzieren.
- Dividende
- Anteil am Jahresgewinn, den eine Aktiengesellschaft auf Beschluss der Hauptversammlung an ihre Aktionäre ausschüttet.
- Dividenden-ETF
- ETF, der einen Index nachbildet, der auf Unternehmen mit überdurchschnittlich hoher oder stabiler Dividendenausschüttung ausgerichtet ist.
- Dividendenrendite
- Verhältnis der zuletzt gezahlten oder erwarteten Dividende je Aktie zum aktuellen Börsenkurs, ausgedrückt in Prozent.
- Doppelbesteuerungsabkommen (DBA)
- Bilateraler Staatsvertrag, der regelt, welchem Staat das Besteuerungsrecht für bestimmte Einkunftsarten zusteht, um eine doppelte Besteuerung derselben Erträge zu vermeiden.
E
- ESG (Environmental, Social, Governance)
- Kriterien für die Bewertung von Unternehmen nach Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsaspekten als Ergänzung zur reinen Finanzanalyse.
- ETF (Exchange Traded Fund)
- Börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index wie des MSCI World oder DAX möglichst genau nachbildet.
- ETF-Sparplan
- Ein ETF-Sparplan ist eine regelmäßige, automatisierte Investition in einen börsengehandelten Indexfonds mit gleichbleibenden Beträgen.
- EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate)
- Referenzzinssatz für den unbesicherten Geldhandel zwischen Banken im Euroraum für Laufzeiten von einer Woche bis zu zwölf Monaten.
- Einlagensicherung
- Gesetzlicher Schutz von Bankeinlagen bis 100.000 € je Kunde und Bank innerhalb der EU.
- Entgeltumwandlung
- Verzicht des Arbeitnehmers auf einen Teil seines Bruttogehalts zugunsten einer Einzahlung in die betriebliche Altersvorsorge.
- Entnahmeplan
- Strategie zur systematischen, regelmäßigen Auszahlung von Kapital aus einem Depot oder Fonds im Ruhestand.
- Erbquote
- Anteil am Nachlass, der einem Erben nach gesetzlicher Erbfolge oder testamentarischer Bestimmung zusteht.
- Erbschaftsteuer
- Steuer auf den Erwerb von Vermögen durch Erbschaft oder Vermächtnis; Höhe und Freibeträge hängen vom Verwandtschaftsgrad ab.
- Erbvertrag
- Notariell beurkundeter Vertrag zwischen Erblasser und mindestens einer anderen Person, in dem Verfügungen von Todes wegen bindend vereinbart werden.
F
- FTSE All-World
- Aktienindex des Indexanbieters FTSE Russell mit rund 4.000 Unternehmen aus Industrieländern und Schwellenländern weltweit.
- Faktor-ETF
- ETF, der gezielt Aktien mit bestimmten Eigenschaften (Faktoren) übergewichtet, um eine höhere Rendite oder ein geringeres Risiko als ein Standardindex anzustreben.
- Festgeld
- Bankeinlage mit festem Zinssatz und fester Laufzeit, bei der das Kapital für die vereinbarte Dauer gebunden ist.
- Fonds (Investmentfonds)
- Ein Investmentfonds bündelt das Kapital vieler Anleger und investiert es nach einer festgelegten Strategie in Wertpapiere, Immobilien oder andere Anlageklassen.
- Fondsdomizil
- Land, in dem ein Fonds oder ETF rechtlich registriert ist und unter dessen Aufsicht er betrieben wird.
- Fondsvolumen
- Gesamtmarktwert aller Vermögenswerte, die ein Fonds hält, auch als verwaltetes Vermögen (Assets under Management, AuM) bezeichnet.
- Freibetrag (Erbschaftsteuer)
- Betrag, bis zu dem ein Erwerb durch Erbschaft oder Schenkung von der Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer befreit ist; Höhe richtet sich nach dem Verwandtschaftsgrad.
- Freistellungsauftrag
- Auftrag an Bank oder Broker, Kapitalerträge bis zur Höhe des Sparerpauschbetrags steuerfrei zu stellen.
- Frühstartrente
- Geplantes staatliches Altersvorsorgedepot für Kinder ab Geburt bis zum 18. Lebensjahr, in das der Staat monatlich 10 € einzahlt (Referentenentwurf BMF, Juli 2026).
G
- Garantiekapital
- Vertraglich vereinbarter Mindestbetrag, den eine Rentenversicherung dem Anleger zu einem bestimmten Zeitpunkt (z. B. Rentenbeginn) garantiert auszahlen oder zu verrennen.
- Geburtskohorte
- Gruppe von Personen, die im selben Zeitraum (z. B. Jahr) geboren wurden und in der Rentenpolitik und Sozialversicherung gemeinsam analysiert oder gefördert werden.
- Geldanlage
- Geldanlage bezeichnet die bewusste Investition von Kapital in Vermögenswerte, um Kaufkraftverlust durch Inflation auszugleichen oder eine Rendite zu erzielen.
- Geldmarkt
- Markt für kurzfristige Finanzierungsinstrumente (Laufzeit bis zu einem Jahr) wie Tagesgelder, Dreimonatsgelder oder kurzlaufende Staatsanleihen.
- Geldmarktfonds
- Investmentfonds, der ausschließlich in kurzlaufende, hochliquide und bonitätsstarke Geldmarktinstrumente investiert und als risikoarme Parkvariante für Liquidität gilt.
- Geschlossener Fonds
- Investmentfonds mit fester Kapitalsumme und begrenzter Anzahl von Anteilen, bei dem eine Rückgabe an die Fondsgesellschaft während der Laufzeit in der Regel nicht möglich ist.
- Gesetzliche Rentenversicherung (GRV)
- Pflichtversicherungssystem in Deutschland, das Arbeitnehmer und bestimmte andere Berufsgruppen im Alter, bei Erwerbsminderung und im Todesfall absichert.
- Growth-Aktie
- Aktie eines Unternehmens, das überdurchschnittliches Umsatz- oder Gewinnwachstum aufweist und von Anlegern mit einem hohen Kurspotenzial bewertet wird.
- Günstigerprüfung (Günstigerprüfung)
- Antrag in der Einkommensteuererklärung, mit dem das Finanzamt prüft, ob die individuelle Einkommensteuer auf Kapitalerträge günstiger ist als die pauschale Abgeltungsteuer.
H
- Habenzins
- Zinssatz, den eine Bank auf Einlagen (z. B. Tagesgeld, Festgeld) an den Anleger zahlt.
- Hardware Wallet
- Physisches Gerät zur sicheren, offline gespeicherten Verwaltung privater Schlüssel für Kryptowerte.
- Hot Wallet
- Mit dem Internet verbundene Krypto-Wallet, die komfortablen, schnellen Zugriff auf Kryptowerte ermöglicht, aber ein höheresAngriffspotenzial aufweist.
I
- Indexfonds
- Investmentfonds, dessen Ziel die möglichst genaue Nachbildung eines bestimmten Wertpapierindex ist.
- Inflation
- Allgemeiner Anstieg des Preisniveaus von Gutern und Dienstleistungen über einen bestimmten Zeitraum, der die Kaufkraft des Geldes vermindert.
J
- Jahressteuerbescheinigung
- Dokument, das Banken und Broker jährlich ausstellen und alle steuerrelevanten Kapitalerträge, einbehaltenen Steuern und Verlusttöpfe eines Depots zusammenfasst.
- Junior-Depot
- Wertpapierdepot, das Eltern für ein minderjähriges Kind bei einer Bank oder einem Broker eröffnen – ohne staatliche Sonderförderung, aber mit voller Anlageflexibilität.
K
- Kapitalertragsteuer
- Quellensteuer, die das Kreditinstitut beim Zufluss von Kapitalerträgen direkt einbehält und an das Finanzamt abführt.
- Kaufkraft
- Wert einer Währungseinheit ausgedrückt durch die Güter und Dienstleistungen, die dafür erworben werden können.
- Kindergrunddepot
- Alternativer Begriff für die Frühstartrente; bezeichnet das staatlich geförderte Wertpapierdepot, das ab Geburt für jedes Kind angelegt werden soll.
- Kinderzulage im Altersvorsorgedepot
- Staatliche Zulage, die Eltern mit AVD-Vertrag für jedes kindergeldberechtigte Kind zusätzlich erhalten – ähnlich der früheren Riester-Kinderzulage.
- Kirchensteuer (auf Kapitalerträge)
- Zuschlag auf die Kapitalertragsteuer für Mitglieder einer Religionsgemeinschaft, der direkt von der Bank einbehalten werden kann.
- Know Your Customer (KYC)
- Know Your Customer bezeichnet gesetzlich vorgeschriebene Identitätsprüfungspflichten für Finanzdienstleister, Banken und Krypto-Plattformen vor der Kontoeröffnung.
- Korrelation
- Statistisches Mass für den Gleichlauf von zwei Wertpapieren oder Anlageklassen; reicht von -1 (entgegengesetzt) über 0 (kein Zusammenhang) bis +1 (identisch).
- Kostendeckel
- Gesetzliche Obergrenze für laufende Kosten (TER) von Depots und Fonds im Rahmen der Frühstartrente, die Anbieter nicht überschreiten dürfen.
- Kryptobörse
- Plattform, auf der Kryptowerte gegen Fiatwährungen oder andere Kryptowerte gehandelt werden können.
- Kryptowert / Kryptowährung
- Digital dargestellter Wert oder digitales Recht, der auf Kryptografie und Distributed-Ledger-Technologie basiert und dezentral ohne Zentralbank oder staatliche Ausgabestelle existiert.
- Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)
- Kennzahl, die den Börsenkurs einer Aktie ins Verhältnis zum bilanziellen Eigenkapital je Aktie (Buchwert) setzt.
- Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
- Kennzahl, die den Börsenkurs einer Aktie ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie setzt; ein Maß für die Bewertung einer Aktie.
- Kündigungsfrist
- Zeitraum, der zwischen der Kündigungserklärung und der tatsächlichen Verfügbarkeit des Kapitals vergehen muss.
L
- Laufzeit
- Vereinbarter Zeitraum, für den eine Anlage (z. B. Festgeld, Anleihe) gebunden ist oder ein Vertrag gilt.
- Leitzins (EZB)
- Von der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegter Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken kurzfristig Zentralbankgeld leihen können; er beeinflusst alle anderen Marktzinsen.
- Lifecycle-Strategie
- Anlageansatz, bei dem das Portfolio automatisch mit zunehmendem Alter oder Anlageziel von risikoreichen zu sichereren Anlageklassen umschichtet.
- Limit-Order
- Kaufauftrag mit einem Höchstkurs oder Verkaufsauftrag mit einem Mindestkurs; die Order wird nur ausgeführt, wenn der Marktpreis das Limit erreicht oder unterschreitet (Kauf) bzw. überschreitet (Verkauf).
- Liquidität
- Fähigkeit, eine Kapitalanlage schnell und ohne wesentlichen Preisabschlag in Bargeld oder Girogeld umwandeln zu können.
M
- MSCI Emerging Markets
- Aktienindex des Indexanbieters MSCI, der Unternehmen aus rund 24 Schwellenländern wie China, Indien, Brasilien und Taiwan abdeckt.
- MSCI World
- Aktienindex des Indexanbieters MSCI, der rund 1.400 Unternehmen aus 23 Industrieländern abdeckt.
- Markowitz-Portfoliotheorie
- Fundamentales Konzept der modernen Finanztheorie: Durch Kombination von Anlagen mit unterschiedlicher Korrelation lässt sich für ein gegebenes Risikoniveau die maximale Rendite erzielen.
- Marktkapitalisierung
- Börsenpreis einer Aktie multipliziert mit der Anzahl aller ausgegebenen Aktien des Unternehmens; Mass für den Börsenwert des Unternehmens.
- MiCA (Markets in Crypto-Assets)
- EU-Verordnung zur einheitlichen Regulierung von Kryptowerten und deren Dienstleistern im EU-Binnenmarkt.
- Mid Cap
- Unternehmen mittlerer Börsenmarktkapitalisierung, typischerweise zwischen 2 und 10 Milliarden Euro angesiedelt.
- Mischfonds
- Investmentfonds, der sein Kapital auf mehrere Anlageklassen (typischerweise Aktien und Anleihen) aufteilt und so eine eingebaute Diversifikation bietet.
N
- Nachlass
- Gesamtheit der Vermögensrechte und -pflichten einer Person, die beim Tod auf die Erben übergehen.
- Netto-Inventarwert (NAV)
- Gesamtwert aller Vermögenswerte eines Fonds abzüglich der Verbindlichkeiten, dividiert durch die Anzahl umlaufender Anteile.
- Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV-Bescheinigung)
- Amtliche Bescheinigung des Finanzamts, die bestimmten Steuerpflichtigen erlaubt, Kapitalerträge ohne Steuereinbehalt zu vereinnahmen, weil ihr Gesamteinkommen unter dem Grundfreibetrag liegt.
- Niesbrauch
- Dingliches Nutzungsrecht an einer Sache (z. B. Immobilie), das dem Berechtigten erlaubt, Erträge und Nutzungen zu ziehen, ohne Eigentümer zu sein.
- Non-Fungible Token (NFT)
- Einzigartiger, unteilbarer digitaler Eigentumsnachweis auf einer Blockchain, der digitale oder physische Vermögenswerte repräsentiert und nicht 1:1 durch andere Token ersetzt werden kann.
O
- Offener Immobilienfonds
- Investmentfonds, der direkt in Gewerbeimmobilien (Bueroflächen, Einkaufszentren, Hotels) investiert und Anlegern eine Beteiligung am Immobilienmarkt ohne direkten Kauf ermöglichts.
- Offener Investmentfonds
- Investmentfonds, bei dem die Anzahl der ausgegebenen Anteile nicht begrenzt ist und Anleger jederzeit Anteile kaufen und an die Fondsgesellschaft zurückgeben können.
- Online-Broker
- Wertpapierdienstleister, der den Kauf und Verkauf von Wertpapieren ausschließlich über digitale Kanäle (Web, App) anbietet und in der Regel deutlich günstigere Ordergebühren als Filialbanken berechnet.
- Orderkosten
- Gebühren, die beim Kauf oder Verkauf von Wertpapieren an der Börse anfallen, bestehend aus Broker-Provision, Börsenentgelt und ggf. weiteren Gebühren.
P
- Passiv verwalteter Fonds
- Investmentfonds, der einen vorgegebenen Index mechanisch nachbildet, ohne aktive Anlageentscheidungen zu treffen.
- Pflichtteil
- Gesetzlicher Mindestanteil naher Angehöriger am Nachlass, der auch bei Enterbung nicht vollständig entzogen werden kann.
- Physisch replizierender ETF
- ETF, der die Wertpapiere seines Referenzindex direkt kauft (vollständige Replikation) oder eine repräsentative Auswahl hält (Sampling).
- Portfolio
- Gesamtheit aller Kapitalanlagen eines Investors, zusammengefasst zu einem Anlagedepot.
- Proof of Stake (PoS)
- Konsensverfahren für Blockchains, bei dem Validatoren Kryptowerte als Sicherheit hinterlegen müssen und im Verhältnis zu ihrem Einsatz Blöcke bestätigen dürfen.
- Proof of Work (PoW)
- Proof of Work ist ein Konsensmechanismus in Blockchain-Netzwerken, bei dem Teilnehmer rechenintensive mathematische Aufgaben lösen müssen, um neue Blöcke zu erzeugen und Transaktionen zu bestätigen.
Q
- Quellensteuer
- Steuer, die an der Quelle der Erträge – also durch das auszahlende Unternehmen oder die Bank – einbehalten und direkt an den Fiskus abgeführt wird.
R
- Reale Rendite
- Rendite einer Kapitalanlage nach Abzug der Inflationsrate; zeigt, um wieviel die Kaufkraft des angelegten Kapitals tatsächlich gestiegen ist.
- Rebalancing
- Wiederherstellung der ursprünglich festgelegten Gewichtung der Anlageklassen in einem Portfolio, nachdem Kursveränderungen die Gewichte verschoben haben.
- Referentenentwurf
- Erster offizieller Gesetzentwurf eines Bundesministeriums, der intern abgestimmt wurde und anschließend in die Ressort- und Verbändeanhörung geht.
- Referenzkonto
- Verknuepftes Girokonto, auf das Ein- und Auszahlungen bei Tages- oder Festgeldkonten sowie Wertpapierdepots geleitet werden.
- Rendite
- Ertrag einer Kapitalanlage im Verhältnis zum eingesetzten Kapital, typischerweise in Prozent pro Jahr ausgedrückt.
- Rentenfaktor
- Kennzahl in der privaten Rentenversicherung, die angibt, wie viel monatliche Rente je 10.000 € angespartem Kapital gezahlt wird.
- Rentenlücke
- Differenz zwischen dem letzten Nettoeinkommen (oder einem gewünschten Einkommensniveau im Alter) und der zu erwartenden gesetzlichen Nettorente.
- Rentenphase
- Zeitraum, in dem aus einem Altersvorsorgevertrag die vereinbarte Rente ausgezahlt wird, im Gegensatz zur vorgelagerten Ansparphase.
- Replikation (ETF)
- Art und Weise, wie ein ETF die Wertentwicklung seines Referenzindex nachbildet – entweder durch den direkten Kauf der Indexwertpapiere (physisch) oder über ein Tauschgeschäft mit einer Gegenpartei (synthetisch).
- Riester-Rente
- Staatlich geförderte private Altersvorsorge für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland, die durch Zulagen und Steuervorteile subventioniert wird.
- Risikoprofil
- Einschätzung der Risikobereitschaft und -tragfähigkeit eines Anlegers, die als Grundlage für eine passgenaue Anlageberatung dient.
- Rürup-Rente (Basisrente)
- Staatlich geförderte private Altersvorsorge mit steuerlichem Sonderausgabenabzug, die insbesondere für Selbständige und Gutverdiener konzipiert ist.
S
- SRI (Socially Responsible Investing)
- Anlagestrategie, die neben Renditezielen explizit ethische, soziale und ökologische Kriterien in die Investitionsentscheidung einbezieht.
- Sachwert
- Anlage, die in einem physischen oder realwirtschaftlichen Gut besteht, dessen Wert nicht allein von einem Zahlungsversprechen eines Schuldners abhängt.
- Schenkung
- Unentgeltliche Zuwendung zu Lebzeiten, durch die Vermögen vom Schenker auf den Beschenkten übergeht.
- Schenkungsteuer
- Steuer auf Schenkungen (unentgeltliche Zuwendungen zu Lebzeiten), die nach denselben Vorschriften wie die Erbschaftsteuer berechnet wird.
- Seed Phrase (Recovery Phrase)
- Folge von 12 oder 24 zufällig generierten Wörtern, die als Masterpasswort zur Wiederherstellung eines Krypto-Wallets und aller darin enthaltenen Schlüssel dient.
- Sharpe Ratio
- Kennzahl für die risikobereinigte Rendite eines Investments: Überschussrendite gegenüber dem risikofreien Zinssatz, geteilt durch die Volatilität.
- Small Cap
- Unternehmen mit einer vergleichsweise kleinen Börsenmarktkapitalisierung; die Grenze wird unterschiedlich definiert, liegt aber typischerweise unter 2 Milliarden Euro.
- Smart Beta
- Anlageansatz, der zwischen passivem Indexinvestment und aktivem Management liegt, indem er regelbasiert Faktoren wie Value, Momentum oder niedrige Volatilität nutzt.
- Solidaritätszuschlag
- Ergänzungsabgabe zur Einkommensteuer und Körperschaftsteuer in Deutschland; wird seit 2021 nur noch von einer Minderheit höherverdienender Steuerpflichtiger gezahlt.
- Sondervermögen
- Vermögen, das rechtlich vom Vermögen des Verwahrers (z. B. Bank oder Fondsgesellschaft) getrennt ist und im Insolvenzfall nicht in die Insolvenzmasse fällt.
- Sparerpauschbetrag
- Jährlicher Freibetrag für Kapitalerträge: 1.000 € pro Person, 2.000 € bei Zusammenveranlagung (Stand 2023).
- Sparplan (Wertpapiersparplan)
- Regelmäßige, automatisierte Investition eines festen Betrags in einen Fonds, ETF oder eine Aktie in festgelegten Zeitabständen.
- Staatsanleihe
- Von einem Staat emittierte Anleihe; gilt als besonders sicher, wenn der Emittent eine hohe Bonität aufweist, und dient oft als Benchmark für andere Anleihen.
- Stablecoin
- Kryptowert, dessen Wert an einen Referenzwert wie den US-Dollar, Euro oder Gold gekoppelt ist, um Preisvolatilität zu minimieren.
- Staking
- Prozess, bei dem Inhaber von Kryptowerten (z. B. Ether) ihre Coins im Netzwerk als Sicherheit hinterlegen und dafür Belohnungen erhalten.
- Standardabweichung (Finanz)
- Statistisches Mass für die durchschnittliche Abweichung der Renditen eines Wertpapiers oder Portfolios von seinem Mittelwert; wird als Risikomaß (Volatilität) verwendet.
- Standarddepot
- Frei verfügbares Wertpapierdepot ohne besonderen gesetzlichen Förderrahmen, im Unterschied zu geforderten Vertragsformen wie dem Altersvorsorgedepot.
- Steuererklärung für Kapitalerträge (Anlage KAP)
- Beilage zur deutschen Einkommensteuererklärung, in der Kapitalerträge, einbehaltene Steuern und Verlustverrechnungen zusammengefasst werden.
- Steuerstundungseffekt
- Vorteil thesaurierender Investments: Steuern auf Wertzuwächse fallen erst beim Verkauf an, sodass das Kapital bis dahin ungekürzt verzinst wird.
- Stop-Loss-Order
- Orderauftrag, der bei Unterschreitung eines festgelegten Kurses automatisch zum Verkauf eines Wertpapiers zum dann gültigen Marktpreis führt.
- Swap-ETF (synthetisch replizierender ETF)
- ETF, der die Indexrendite nicht durch direkten Kauf der Indexaktien, sondern über ein Tauschgeschäft (Swap) mit einer Gegenpartei (meist einer Bank) abbildet.
- Synthetisch replizierender ETF
- ETF, der die Wertentwicklung eines Index nicht durch direkten Kauf der Indexwertpapiere nachbildet, sondern indirekt über ein Tauschgeschäft (Swap) mit einer Gegenpartei.
T
- TER (Total Expense Ratio)
- Kennzahl für die laufenden Kosten eines Fonds oder ETFs pro Jahr.
- Tagesgeld
- Bankkonto mit variablem Zinssatz und täglicher Verfügbarkeit ohne Kündigungsfrist; klassische Form der kurzfristigen, sicheren Geldanlage.
- Teilfreistellung
- Teil der Fondserträge, der beim Anleger steuerfrei bleibt, um die Vorbelastung auf Fondsebene auszugleichen.
- Testament
- Einseitige Verfügung von Todes wegen, mit der eine Person die Verteilung ihres Nachlasses abweichend von der gesetzlichen Erbfolge regelt.
- Thesaurierend (ETF/Fonds)
- Bezeichnung für Fonds oder ETFs, die erzielte Erträge nicht ausschütten, sondern automatisch wieder im Fondsvermögen anlegen.
- Tracking Difference
- Abweichung der tatsächlichen Fondsrendite von der Rendite des nachgebildeten Index über einen bestimmten Zeitraum.
- Tracking Error
- Standardabweichung der Renditedifferenz zwischen einem Fonds und seinem Referenzindex über einen Zeitraum.
U
- UCITS (Undertakings for Collective Investment in Transferable Securities)
- Europäischer Rechtsrahmen für Investmentfonds, der einheitliche Mindeststandards für Anlegerschutz, Transparenz und Risikomanagement festlegt.
- Unternehmensanleihe
- Von einem Unternehmen herausgegebene Anleihe zur Fremdkapitalfinanzierung; bietet typischerweise höhere Zinsen als vergleichbare Staatsanleihen.
V
- Value-Aktie
- Aktie eines Unternehmens, das nach gängigen Bewertungskennzahlen (z. B. KGV, Kurs-Buchwert-Verhältnis) günstig bewertet erscheint.
- Verlusttopf
- Buchhalterische Zusammenfassung nicht ausgeglichener Verluste aus Kapitalanlagen bei einer Bank, die mit künftigen Gewinnen verrechnet werden können.
- Verlustverrechnung
- Möglichkeit, realisierte Verluste aus Kapitalanlagen mit Gewinnen zu verrechnen, um die Steuerlast zu reduzieren.
- Vermögensaufbau
- Vermögensaufbau bezeichnet den systematischen Prozess, über einen längeren Zeitraum finanzielle Rücklagen und Kapitalanlagen aufzubauen.
- Vermögenswirksame Leistungen (VL)
- Freiwillige oder tarifvertragliche Sonderzahlung des Arbeitgebers, die direkt in eine langfristige Sparanlage des Arbeitnehmers eingezahlt wird.
- Vermögenverwaltung
- Professionelle Dienstleistung, bei der ein Finanzinstitut oder ein Vermögensverwalter Anlageentscheidungen im Auftrag und auf Rechnung eines Kunden eigenständig trifft.
- Volatilität
- Mass für die Schwankungsbreite des Kurses eines Wertpapiers oder Portfolios über einen bestimmten Zeitraum.
- Vorabpauschale
- Seit 2018 geltende, jährliche Mindestbesteuerung thesaurierender Fonds und ETFs auf einen fiktiven Ertrag.
- Vorweggenommene Erbfolge
- Strategie der Vermögensübertragung zu Lebzeiten an künftige Erben, um Erbschaftsteuer zu minimieren und den Übertragungsprozess zu gestalten.
W
- Wallet (Krypto-Wallet)
- Digitale Anwendung oder Gerät zur Verwaltung der kryptografischen Schlüssel, mit denen über Kryptowerte verfügt wird.
- Wertpapier
- Urkunde oder elektronische Buchung, die ein Recht verbrieft, das durch Vorlage bzw. Nachweis des Wertpapiers geltend gemacht werden kann.
- Wertpapierbörse
- Organisierter Marktplatz, an dem Wertpapiere wie Aktien, ETFs und Anleihen zu transparenten, fortlaufend festgestellten Preisen gehandelt werden.
- Wertpapierdepot
- Konto bei einer Bank oder einem Broker, über das Wertpapiere wie Aktien, ETFs, Fonds und Anleihen verwahrt und gehandelt werden.
- Wertpapierleihe
- Praxis, bei der ein ETF-Anbieter Wertpapiere aus dem Fondsvermögen vorübergehend an Dritte verleiht und dafür eine Leihgebühr einnimmt.
X
- Xetra
- Vollelektronisches Handelssystem der Deutschen Börse AG, über das der größte Teil des deutschen Aktien- und ETF-Handels abgewickelt wird.
Z
- Zertifikat
- Von einer Bank ausgegebenes Schuldverschreibungs-Wertpapier, dessen Rückzahlung an die Wertentwicklung eines Basiswerts (Aktie, Index, Rohstoff) gekoppelt ist.
- Zinsbindung
- Vereinbarung, dass der Zinssatz einer Anlage oder eines Kredits für einen bestimmten Zeitraum unveränderlich bleibt.
- Zinsen
- Zinsen sind das Entgelt für die zeitlich begrenzte Überlassung von Kapital – entweder als Habenzinsen für Anleger oder als Sollzinsen für Kreditnehmer.
- Zinseszins
- Effekt, bei dem erzielte Zinsen oder Erträge wieder angelegt werden und in der Folgeperiode selbst Erträge erwirtschaften.
- Zinseszinseffekt beim Tagesgeld
- Effekt, bei dem gutgeschriebene Zinsen auf einem Tagesgeldkonto selbst verzinst werden und so das Kapital exponentiell anwächst.
