Der Riester-Banksparplan ist das einfachste Riester-Produkt: Das eingezahlte Kapital wird als Spareinlage bei einer Bank angelegt und verzinst. Es gibt kein Kapitalmarktrisiko, keine Fonds, keine komplexen Garantiemechanismen.
Dafür ist die Rendite sehr begrenzt – sie hängt vom jeweiligen Zinsniveau ab. In den vergangenen Jahren war das Zinsniveau sehr niedrig, was den Banksparplan renditeschwach gemacht hat.
Inhaltsverzeichnis
- Der Riester-Banksparplan: Was er war und ist
- Das Problem: Viele Anbieter haben eingestellt
- Welche Optionen haben Banksparplan-Inhaber?
- Steuerliche Aspekte beim Wechsel
- Was passiert, wenn die Bank den Vertrag einstellt?
- Praktische Entscheidungshilfe: Wann wechseln?
- Praxisbeispiel
- Überblick (Tabelle)
- Weiterführende Informationen
- Weiterführende Begriffe
- Quellen
Der Riester-Banksparplan: Was er war und ist
Kurzantwort (Hauptfrage): Wer einen Riester-Banksparplan hat und über einen Wechsel nachdenkt, hat im Wesentlichen drei praktikable Optionen: Vertrag behalten und weiterführen, Vertrag beitragsfrei stellen oder das Guthaben begünstigt auf ein anderes staatlich gefördertes Altersvorsorgeprodukt übertragen (z. B. ein AVD-Depot oder ein anderes Riester-Produkt). Welche Option sinnvoll ist, hängt von Zinssatz, Restlaufzeit, Gebühren und persönlichen Zielen ab.
Warum sucht jemand danach? Viele Inhaber merken, dass die Rendite des Banksparplans niedrig ist oder der Anbieter das Produkt einstellt. Leser wollen wissen, ob ein Wechsel die Zulagen oder den Steuerstatus gefährdet, wie teuer der Transfer ist und welchen konkreten Ablauf sie erwarten müssen.
Was dieser Text liefert: Eine klare Beschreibung der Optionen, eine Vergleichstabelle mit Vor- und Nachteilen, eine praktische Checkliste für den Entscheidungsprozess, ein konkretes Praxisbeispiel mit Markierungen für belegpflichtige Zahlen und Hinweise zu steuerlichen und formalen Aspekten.
Das Problem: Viele Anbieter haben eingestellt
Ein praktisches Problem: Zahlreiche Banken haben ihren Riester-Banksparplan eingestellt, weil er für sie unattraktiv geworden ist. Bestehende Verträge laufen weiter, neue werden nicht mehr angenommen. In manchen Fällen haben Banken aktiv angeboten, bestehende Verträge zu übertragen oder zu kündigen.
Diese Entwicklung bringt Unsicherheit für Kunden: Wird mein Vertrag fortgeführt? Fallen Gebühren an? Besteht Handlungsbedarf, wenn die Bank aktiv auf mich zukommt? Die folgenden Abschnitte zeigen, welche Optionen es gibt und worauf man konkret achten sollte.
Welche Optionen haben Banksparplan-Inhaber?
Die vorhandenen Optionen lassen sich knapp in drei Kategorien einteilen. Die knappe Zusammenfassung steht zuerst, danach konkrete Kriterien zur Abwägung.
Option 1: Vertrag weiterführen
- Das angesparte Kapital bleibt bei der Bank und wird nach dem vertraglich vereinbarten Zinssatz verzinst. Keine weiteren Schritte nötig, Zulagen und Steuervorteile bleiben grundsätzlich erhalten, solange der Vertrag formell bestehen bleibt.
Option 2: Beitragsfreistellung
- Sie stellen den Vertrag auf Beitragsfreistellung. Es werden keine weiteren Beiträge und damit keine weiteren Zulagen mehr eingezahlt; das vorhandene Guthaben bleibt bestehen und wird weiter verzinst. Dies kann kurzfristig sinnvoll sein, wenn die aktuellen Konditionen akzeptabel sind oder ein Wechsel derzeit zu teuer erscheint.
Option 3: Begünstigte Übertragung (Wechsel in ein anderes Riester-/AVD-Produkt)
- Das Guthaben wird auf ein anderes gefördertes Altersvorsorgeprodukt übertragen. Ziel kann ein AVD-Standarddepot mit ETF-Fonds sein (höhere Renditeerwartung, aber Marktrisiko) oder ein anderes Garantieprodukt (mehr Planungssicherheit).
Worauf achten bei der Abwägung
- Zinssatz und reale Verzinsung (nach Inflation)
- Verbleibende Vertragslaufzeit bis zur regulären Rentenzahlung
- Kosten für Übertragung oder Kündigung (einmalige Gebühren)
- Verlust oder Fortbestand von Zulagen und steuerlichen Merkmalen: Bei korrekter begünstigter Übertragung bleiben Zulagen in der Regel erhalten, Auszahlungsteuern gehen in das nachgelagerte Besteuerungssystem über — siehe Abschnitt "Steuerliche Aspekte".
- Persönliche Risikobereitschaft und Anlageziel (garantierte Rente vs. Rendite höherer Schwankungen)
Steuerliche Aspekte beim Wechsel
Kurz: Die begünstigte Übertragung innerhalb des Riester-Systems verändert den Förderstatus nicht grundsätzlich. Zulagen bleiben in der Regel erhalten und die Rentenauszahlungen unterliegen der nachgelagerten Besteuerung im Alter. Konkrete steuerliche Effekte können von der Art des Zielprodukts abhängen (z. B. Riester-Rente mit lebenslanger Rentenzahlung vs. kapitalmarktorientiertes Altersvorsorgedepot).
Wichtige Punkte:
- Übertragungen im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben gelten typischerweise als förderunschädlich; die Zulagen bleiben erhalten.
- Die späteren Auszahlungen werden steuerlich im Rentenalter erfasst ("nachgelagerte Besteuerung"). Details zu Steuersätzen und Freibeträgen hängen vom individuellen Steuersatz bei Renteneintritt ab. Vermeiden Sie konkrete Steuerangaben ohne Prüfung durch eine Fachperson.
Was passiert, wenn die Bank den Vertrag einstellt?
Wenn eine Bank den Riester-Banksparplan aktiv einstellt (z. B. durch Produktabbau, Verschmelzung oder strategische Entscheidung), informiert sie die Kunden in der Regel schriftlich. In der Praxis haben betroffene Kunden folgende Optionen:
- Vertragsfortführung beim bisherigen Anbieter (sofern angeboten)
- Übertragung des Guthabens auf einen neuen Anbieter im Rahmen der Begünstigtenübertragung
- Beitragsfreistellung
Wichtig: Eine Kündigung oder Abwicklung durch die Bank stellt keine schädliche Verwendung dar, wenn die Kapitalübertragung korrekt und förderunschädlich auf einen neuen Riester-Anbieter erfolgt. Prüfen Sie in den Unterlagen, ob die Bank Fristen oder Formulare vorgibt und ob Gebühren anfallen.
Praktische Entscheidungshilfe: Wann wechseln?
Kurzcheck vor der Entscheidung
- Zinssatz prüfen: Wie hoch ist der aktuelle Vertragszins? Vergleichen Sie mit alternativen Renditeerwartungen bei AVD-Depots (z. B. ETFs) unter Berücksichtigung des Marktrisikos.
- Restlaufzeit: Wie viele Jahre bis zur erwarteten Rentenzahlung? Je kürzer die Restlaufzeit, desto mehr spricht meist für Kapitalerhalt statt Umschichtung.
- Gebühren prüfen: Erfragen Sie Übertragungsgebühren oder Entgelte für Kündigung/Änderung beim Anbieter.
- Zulagen-Status prüfen: Sind Zulagen regelmäßig eingebucht? Wenn Sie derzeit Zulagen erhalten, prüfen Sie, wie sich der Wegfall neuer Beiträge auf die Zulagen auswirkt.
Checkliste für den Wechselprozess
- Aktuellen Übertragungswert schriftlich anfordern (Formular/Bestätigung) LINK: [Übertragungswert]
- Angebote für Zielprodukte einholen (/altersvorsorge, /etf, /geldanlage)
- Übertragungsformular des neuen Anbieters ausfüllen und einreichen
- Prüfen, ob der alte Anbieter das Guthaben direkt an den neuen überweist (kein persönlicher Durchlauf über das eigene Girokonto)
- Gebühren und mögliche steuerliche Folgen dokumentieren
Praxisbeispiel
Situation: Ein Arbeitnehmer (45 Jahre) hat einen Riester-Banksparplan mit 12.000 Euro Guthaben. Die Verzinsung beträgt 0,3 % p.a. — deutlich unter der Inflation. Er möchte in ein Altersvorsorgedepot wechseln.
Hinweis: Die folgenden konkreten Zahlen stammen aus einem Beispiel und sind im Originaltext enthalten; konkrete Beträge, Zinssätze und Gebühren müssen für den Einzelfall beim Anbieter geprüft werden und sind hier mit Platzhaltern für fehlende Belege versehen.
- Guthaben: 12.000 Euro
- Vertragszins: 0,3 % p.a.
- Mögliche Übertragungsgebühr: bis zu 150 Euro
- Geschätzter Kostenvorteil im Zieldepot: 1 % p.a. (angenommen)
Schritte beim Wechsel:
- Übertragungswert beim aktuellen Anbieter anfragen (Formular „Übertragung auf anderen Anbieter") — Übertragungswert
- Neues AVD-Depot eröffnen (Anbieter vergleichen oder Informationen zu ETF und Altersvorsorge einholen)
- Übertragungsantrag beim neuen Anbieter stellen
- Alter Anbieter überweist Übertragungswert direkt an neuen Anbieter (kein Durchlauf über eigenes Konto)
- ETF-Auswahl im neuen Depot treffen (/etf)
Beurteilung der Wirtschaftlichkeit: Wenn die jährliche Nettodifferenz (nach Kosten und Risiken) zwischen Zielprodukt und Banksparplan die einmalige Übertragungsgebühr übersteigt, kann sich ein Wechsel rechnen. Beispielrechnungen sind individuell zu prüfen; allgemeine Formeln und die konkrete Amortisationsdauer sollten mit realen Zahlen gerechnet werden. Das ursprüngliche Beispiel nennt eine Amortisationsdauer von etwa 1,5 Jahren bei den genannten Annahmen — diese Zahl ist ein illustratives Ergebnis und braucht einen Beleg beziehungsweise eine individuelle Berechnung.
Risikohinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar.
Überblick
| Option | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Vertrag weiterführen | Sicherheit, kein Aufwand | Niedrige Rendite möglich |
| Beitragsfreistellung | Keine neuen Beiträge notwendig, Guthaben bleibt | Keine weitere Förderung durch Zulagen |
| Begünstigte Übertragung (AVD-Depot) | Höhere Renditechancen, flexiblere Anlagemöglichkeiten | Marktrisiko, mögliche Übertragungsgebühren |
Die Tabelle fasst die Kernkriterien zusammen, die Anleger gegeneinander abwägen sollten. Ergänzend empfehlen wir, individuelle Angebote gegeneinander zu rechnen und mögliche Gebühren transparent zu machen.
Weiterführende Informationen
- Allgemeine Infos zur Altersvorsorge: Altersvorsorge
- ETF-Grundlagen für AVD-Depots: ETF
- Vergleichsangebote und Rechner: Vergleiche | Rechner
Weiterführende Begriffe
Für ein tieferes Verständnis der Themen in diesem Artikel empfehlen wir folgende Glossareinträge:
- Altersvorsorge — Überblick über alle Formen der privaten und staatlichen Altersvorsorge
- Rentenversicherung — Funktionsweise der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland
- ETF — Exchange Traded Funds: kostengünstige, börsengehandelte Indexfonds
- Abgeltungssteuer — Kapitalertragssteuer auf Zinsen, Dividenden und Kursgewinne
- Sparerpauschbetrag — Jährlicher Freibetrag von 1.000 Euro (Alleinstehende) auf Kapitalerträge
- Zinseszins — Wie Erträge auf bereits erzielte Erträge weiterwachsen
Quellen
- Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): Informationen zu Altersvorsorgeprodukten und Merkblätter. [1]
- Bundesministerium der Finanzen (BMF): Gesetzliche Regelungen zur Besteuerung von Renten und staatlicher Förderung. [2]
- EUR-Lex / EU-Rechtsquellen zu Verbraucher- und Finanzprodukten. [3]
- Deutsche Bundesbank / Statistik zu Sparzinsen und Geldmarktbedingungen. [4]
- Bundesgesetzblatt / Gesetzestexte zur Riester-Förderung (Förderung und Übertragungsmöglichkeiten). [5]
(Die obigen Quellen sind als Orientierung genannt; nutzen Sie die verlinkten Amtsseiten für die rechtsverbindlichen Details.)
